Informationen für Existenzgründer und Selbstständige auf einen Blick

Sie sind bereits selbstständig tätig oder planen, sich selbstständig zu machen? Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Informationen für Existenzgründer und Selbstständige sowie zu den gesetzlichen Voraussetzungen und Grundlagen, die dabei im Bezug von Arbeitslosengeld II zu beachten sind. Zusätzlich zu den Informationen auf dieser Seite berat Sie Ihre Ansprechperson im Jobcenter Bonn in Kooperation mit dem Team für Selbstständige gerne zu Ihrem Vorhaben.

Sie haben Fragen?

Nutzen Sie unsere Ansprechpartner-Suche und kontaktieren Sie uns. Wenn Sie uns einmal nicht unmittelbar erreichen, melden wir uns zeitnah bei Ihnen zurück.

Häufig nachgefragt

Informationen für Existenzgründer

Wir geben Ihnen:

  • Hilfreiche Hinweise vor der Existenzgründung
  • Informationen zur Tragfähigkeit zum Gründungsvorhaben
  • Informationen zu Fördermöglichkeiten / -Ausschlüssen
  • Hinweise und Vernetzungsmöglichkeiten mit den örtlichen Institutionen /Akteuren im Raum Bonn

 

Deshalb ist im Vorfeld Ihrer geplanten Existenzgründung sehr wichtig, dass wir Ihre Gründungspläne prüfen, denn wir möchten

  • verhindern, dass Ihr Vorhaben scheitert,
  • Ihre Verschuldung vermeiden,
  • Ihr kaufmännisches Grundlagenwissen und Fachwissen in Bezug auf Ihre Gründungsidee ermitteln.

 

Im Vorfeld Ihrer Existenzgründung machen wir uns außerdem ein Bild von:

  • Ihrer Einsatzbereitschaft
  • Ihrer Motivation
  • Ihrer Flexibilität

 

Außerdem machen wir uns ein Bild von einem Plan B, eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, der im Falle einer gescheiterten Existenzgründung in Betracht gezogen werden kann.

Sie und wir müssen von Ihrem Gründungsvorhaben überzeugt sein und dabei auch die Risiken gemeinsam abwägen. Nur dann können Sie dauerhaft erfolgreich mit Ihrer Selbständigkeit am Markt bestehen und den Leistungsbezug (Arbeitslosengeld II) beenden.

Feststellung der Tragfähigkeit Ihres Vorhabens und Förderungsmöglichkeiten

Förderleistungen können Existenzgründern gewährt werden, wenn die wirtschaftliche Tragfähigkeit (Belastbarkeit) des Gründungsvorhabens / Unternehmens festgestellt worden ist und eine Prognose dazu vorliegt, dass der Bezug von Arbeitslosengeld II dauerhaft überwunden oder verringert werden kann.

Einzelheiten zur Feststellung der Tragfähigkeit und der Beantragung von Förderleistungen erfahren Sie im persönlichen Gespräch mit Ihrer Integrationsfachkraft. Förderleistungen müssen grundsätzlich vor Beginn der geplanten hauptberuflichen Selbständigkeit beantragt werden.

  • Prüfen Sie zuerst Ihre Finanzierungsmöglichkeiten und Ihr Vermögen zur Finanzierung der anfallenden Gründungskosten zu Ihrem Vorhaben, z.B. von der Bank über Gründungskredite (KfW-Startgelder, NRW Gründungskredite) bis hin zu Freunden, Privatinvestoren und Verwandten.
  • Hierzu können auch Informationen von örtlichen Institutionen / Akteuren im Bereich der Gründungsberatung in Bonn eingeholt werden (z.B. IHK Bonn, Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Bonn, etc.).

 

Das Ziel einer Förderung ist immer die schnelle und nachhaltige Beendigung des Bezugs von Arbeitslosengeld II. Unsere Fördermittel sind grundsätzlich nachrangig und es besteht kein Rechtsanspruch auf Förderleistungen.

Weitere Informationen zur Existenzgründung finden Sie im Themenheft Durchstarten – Existenzgründung der Bundesagentur für Arbeit.

Informationen für Selbstständige

Als beruflich selbständig werden Person bezeichnet die keinem Direktionsrecht unterliegen, in keine fremde Arbeitsorganisation eingegliedert sind und ihre Arbeitszeit frei bestimmen können. Wenn das Einkommen aus der Selbständigkeit zur Sicherung des Lebensunterhaltes nicht ausreicht, kann ein Anspruch auf Arbeitslosengeld II geprüft werden. Dabei müssen besondere gesetzliche Voraussetzungen / Grundlagen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II beachtet werden.

Bei der Prüfung eines möglichen Anspruchs von Arbeitslosengeld II werden als Einkommen grundsätzlich alle Einnahmen aller Mitglieder Ihrer Bedarfsgemeinschaft berücksichtigt (§ 11 SGB II). Somit wird auch Einkommen aus selbständiger Tätigkeit auf das Arbeitslosengeld II angerechnet und muss lückenlos angegeben und nachgewiesen werden.

Bitte beachten Sie: Leistungen nach dem SGB II sind ausschließlich Leistungen zum Lebensunterhalt, keinesfalls Leistungen zur Förderung der selbständigen Tätigkeit.

Sie können sich dazu im Vorfeld bereits mit dem Antragsvordruck EKS (Einkommen aus Selbständigkeit) und den dazugehörigen Hinweisen vertraut machen. Den Vordruck sowie weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website der Bundesagentur für Arbeit.

Bewilligungsverfahren für Arbeitslosengeld II bei Selbständigkeit:

Die Berechnung des sozialrechtlichen anzurechnenden Einkommens der Selbständigkeit ist in der Arbeitslosengeld II / Sozialgeld – Verordnung geregelt.

Vorläufige Entscheidung über einen Leistungsanspruch

Die Entscheidung über einen Leistungsanspruch erfolgt grundsätzlich vorläufig, da das Einkommen für den Bewilligungszeitraum noch nicht feststeht (§41a SGB II). Als Grundlage müssen die zu erwartenden Betriebseinnahmen und -ausgaben als Selbsteinschätzung von Ihnen plausibel dargelegt und im Vordruck „Anlage EKS“ bescheinigt werden. Dies ist für den Bewilligungsabschnitt wichtig, der in der Regel 6 Monate umfasst. Da das Einkommen häufig schwankt, wird aus dem vorläufigen Gesamteinkommen des Bewilligungszeitraums ein Durchschnittseinkommen gebildet. Denn monatlich müssen gleiche Beträge bei der Berechnung der Leistungen berücksichtig werden.

Abschließende Entscheidung über den Bewilligungszeitraum

Nach Ablauf des Bewilligungszeitraums müssen spätestens innerhalb von zwei weiteren Monaten die endgültigen Angaben über die Einnahmen und Ausgaben inklusive aller erforderlichen Belege im Jobcenter vorgelegt werden. Grundlage für die abschließende Festsetzung sind die tatsächlichen Einnahmen im Bewilligungszeitraum abzüglich der tatsächlichen Ausgaben. Steuerliche Vorschriften werden hierbei nicht berücksichtigt.

Berücksichtigt werden nur angemessene und nachgewiesene Ausgaben, die zweifelsfrei der selbständigen Tätigkeit zugeordnet werden können. Anders als bei der steuerlichen Gewinnermittlung, berücksichtigt der Grundsicherungsträger keine Abschreibungen oder sonstigen pauschalen steuerlichen Abzüge, sondern nur notwendige, tatsächliche Ausgaben. Nach Auswertung Ihrer Unterlagen werden Ihre Leistungen für den vergangenen Bewilligungsabschnitt abschließend festgesetzt. Die Leistungen müssen dann ggf. ganz oder teilweise erstattet werden oder werden bei geringerem Einkommen nachgezahlt. 

Beendigung Ihres Bezugs von Arbeitslosengeld II

Gemeinsames Ziel des Leistungs- und Integrationsbereichs im Jobcenter Bonn ist es, dass Sie langfristig wirtschaftlich so erfolgreich sind, dass Sie kein Arbeitslosengeld II mehr beziehen müssen. Dieses Ziel können wir durch regelmäßige Entwicklungsgespräche im Integrationsbereich, in der Regel alle 6 Monate, und dem Abschluss einer gemeinsamen Eingliederungsvereinbarung erreichen. Wir erörtern mit Ihnen die Angaben, die Sie anhand der Anlage EKS (Einkommen aus Selbstständigkeit) im Leistungsbereich zu Ihren Einkünften aus der Selbständigkeit abgegeben haben. Gemeinsam können wir die Teilnahme an Unterstützungsangeboten durch den Integrationsbereich, z.B. an geeigneten Maßnahmen zur Beratung und Kenntnisvermittlung, Workshops, Sprechtagen, öffentlichen Veranstaltungen, etc. vereinbaren.

Wenn die Beendigung der Hilfebedürftigkeit, d.h. der Bezug von Arbeitslosengeld II, nicht erreicht werden kann bzw. die betriebswirtschaftliche Tragfähigkeit ausbleibt, gilt folgendes: Sofern aus einer Gründung / bestehenden Selbständigkeit zumindest mittelfristig kein Einkommen erzielt wird, welches zur Beendigung bzw. deutlichen Verringerung der Hilfebedürftigkeit führt, wird vom Integrationsbereich die Arbeitsvermittlung wiederaufgenommen (§ 11 SGB II). Sie werden zur Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit aufgefordert und wir präsentieren Ihnen nach einem persönlichen Gespräch entsprechende Vermittlungsvorschläge. In diesem Fall besteht die Pflicht, sich uneingeschränkt zur Arbeitsvermittlung zur Verfügung zu stellen (§ 2 SGB II). Auch sind Sie dazu verpflichtet, Einladungen zu Vermittlungs- und Beratungsgesprächen nachzukommen und bei der Arbeitssuche mitzuwirken.

Wichtige Unterlagen und Links

Weitere Informationen für Kundinnen und Kunden des Jobcenters

Aktuelles

ProEQ sucht ausbildungsinteressierte Migranten und Arbeitgeber

Weiterlesen

Warum nicht…
Hauswirtschafter/-in?

Warum nicht…
Altenpfleger/-in?

Warum nicht…
Koch/Köchin?

Warum nicht…
Kraftfahrer/-in?