Über das Teilhabehaus Bonn

Jährlich betreuen mehr als 400 Mitarbeiter/innen im Jobcenter Bonn rund 20.500 Menschen bei ihrer Suche nach Arbeit. Wir führen über 80.000 Beratungsgespräche und finden gemeinsam mit unseren Kund/innen Wege in eine passende Arbeitsstelle.

Seit 2020 haben wir ein neues ganz besonderes Angebot für Sie: Das Teilhabehaus Bonn. Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung oder einer Suchterkrankung haben es oft besonders schwer auf dem Weg zum richtigen Job. Deshalb möchten wir diesen Menschen helfen.

Das Team des Teilhabehaus besteht aus 15 Gesundheitslots/innen und Fachleuten von 8 Netzwerkpartnern. Wir arbeiten eng in einem Haus zusammen und haben zusätzliche Ansprechpartner/innen von 3 Kooperationspartnern vor Ort. Bis zum Ende des Jahres 2024 möchten wir 3.375 betroffenen Jobcenter-Kund/innen helfen, am Leben in der Gesellschaft und am Arbeitsleben teilzuhaben.

Warum Teilhabehaus?

„Warum Teilhabehaus?“ Diese Frage lässt sich auf zwei Arten verstehen:
Zum einen kommt die Frage auf, wieso das besondere Projekt des Jobcenters Bonn Teilhabehaus heißt.
Was sind dessen Ziele und was möchten wir gemeinsam mit Ihnen erreichen?  
Zum anderen stellen Sie sich womöglich die Frage: Weshalb sollte ich die Angebote des Teilhabehauses in Anspruch nehmen?
Was habe ich davon? 
Beide Fragen beantworten wir Ihnen im Folgenden.

Was ist der Auftrag des Teilhabehaus Bonn?

Das Teilhabehaus Bonn wurde 2020 als Modellprojekt im Rahmen des Bundesprogramms Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro ins Leben gerufen. Ziel dieses Programms ist es, Menschen, die mit einer psychischen oder seelischen Erkrankung leben und ALG II beziehen, den Zugang zu mehr Teilhabe am Arbeitsleben, aber auch am gesellschaftlichen Miteinander zu erleichtern.  
Einer Person, die unter einer psychischen Einschränkung oder einer Suchterkrankung leidet, fällt es oftmals schwer, Angebote zur Erhaltung oder Förderung der Erwerbsfähigkeit anzunehmen. Für viele Betroffene ist die Bewältigung jedes neuen Tages bereits schwierig genug – auch ohne Termine, die sie einhalten, und Maßnahmen, die sie erfüllen müssen. Darum unterstützen rehapro-Projekte wie das Teilhabehaus sie dabei, ihre gesundheitlichen Herausforderungen anzugehen und zu mehr Zufriedenheit und Selbstständigkeit zu finden. Dabei geht es auch, aber nicht ausschließlich darum, den Weg aus der Arbeitslosigkeit erfolgreich zu meistern. Um diesen Schritt zu gehen, ist es zunächst notwendig, die psychische und seelische Gesundheit zu verbessern. Sobald dieser Grundstein gelegt ist, gehen wir gemeinsam den Wiedereinstieg auf den Arbeitsmarkt an. So verbindet das Programm rehapro die beiden wichtigen Faktoren der gesundheitlichen und der beruflichen Rehabilitation zielorientiert miteinander – für mehr Selbstbestimmung und Teilhabe im Alltag.  
Innovativ sind die Wege der Projekte deshalb, weil sie originelle Organisationsstrukturen und neuartige Leistungsangebote miteinander vereinen. Während ihrer Laufzeit von bis zu fünf Jahren werden sie beobachtet und auf ihre langfristige Umsetzbarkeit geprüft. Auf diese Weise werden in einem gemeinsamen Lernprozess zielführende Modelle für Jobcenter und Träger der gesetzlichen Rentenversicherung ermittelt.

Was ist das Innovative am Teilhabehaus Bonn?

Besonders im Teilhabehaus ist vor allem die Organisationsform der kurzen Wege. Unsere speziell ausgebildeten Gesundheitslots/innen arbeiten intensiv mit den Bündnis- und Netzwerkpartnern unter einem Dach zusammen. So machen Rehaträger, Wohlfahrtsverbände und medizinische Anbieter es den Kund/innen des Teilhabehauses möglichst einfach, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Langwierige Vermittlungsschleifen und bürokratische Hürden bei der Suche nach einer passenden Beratungsstelle und auch nach medizinischen Rehabilitationsangeboten in Bonn fallen dadurch weg. Stattdessen werden den Betroffenen niedrigschwellige Zugangsmöglichkeiten zu den Angeboten der Partner gegeben. Zu den im Teilhabehaus bereitgestellten Leistungen zählen zum einen stabilisierende Hilfen, Maßnahmen der Arbeitsintegration, psychosoziale Begleitung und die Stärkung der Selbsthilfepotenziale. Zum anderen unterstützen die Gesundheitslots/innen die Betroffenen auch bei der Vermittlung von Fachärzten und der Beantragung von Therapieangeboten, beispielsweise zum Umgang mit Suchterkrankungen. Dabei geben die Kund/innen das Tempo und die Richtung des Beratungsprozesses selbst an. Wir bieten keine 08/15-Maßnahmen, die gegebenenfalls nicht hilfreich sind und schlimmstenfalls nur frustrieren. Stattdessen wird das Programm im Teilhabehaus individuell auf jede/n Einzelne/n zugeschnitten. So fördern wir die Motivation der Betroffenen. Gemeinsam mit ihnen setzen wir uns realistische Ziele, um sie zielführend zu unterstützen.
Eine weitere Besonderheit des Teilhabehauses ist: Wir haben Geduld. Um mit den Betroffenen den optimalen Weg zu mehr Teilhabe zu finden, nehmen wir uns bis zu 24 Monate Zeit. Denn wir wissen, dass es ein langwieriger Prozess sein kann, psychosomatische oder psychische Bürden abzulegen. Wir möchten sichergehen, dass es Ihnen nach der Zusammenarbeit mit dem Teilhabehaus langfristig besser geht.

Weitere Informationen für Kundinnen und Kunden des Jobcenters

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