Was ist das Teilhabehaus? 

Es gibt neue Projekte, damit das Jobcenter und andere Behörden Menschen mit gesundheitlichen Problemen zukünftig noch besser helfen können. 

Ein Ziel ist zum Beispiel, dass das Jobcenter und andere Hilfeanbieter besser zusammenarbeiten können. Dafür hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales deutschlandweit Geld gegeben. Mit einem Teil dieses Geldes hat das Jobcenter Bonn mit seinen Partnern das Teilhabehaus ins Leben gerufen. 

Hier arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters und Fachkräfte unserer Partner in einem Haus zusammen. Die Mitarbeitenden des Jobcenters im Teilhabehaus werden Gesundheitslotsinnen und Gesundheitslotsen genannt.  

Auch der Landschaftsverband Rheinland, die Agentur für Arbeit, die Stadt Bonn und die Deutsche Rentenversicherung unterstützen uns dabei, die passende Hilfe anzubieten.

Sie sind schon längere Zeit ohne Arbeit? Sie glauben, dass man Ihnen im Teilhabehaus weiterhelfen kann? Dann besprechen unsere Gesundheitslotsen und Gesundheitslotsinnen gerne mit Ihnen, welche Angebote am besten zu Ihren Bedürfnissen passen. Die ausgewählten Angebote können Sie bei einem unserer Partner nutzen. Oder Sie merken, dass vielleicht etwas anderes eine bessere Wahl für Sie ist. Dann überlegen Sie mit Ihrer Gesundheitslotsin oder Ihrem Gesundheitslotsen, wie es weitergeht.  

Im Teilhabehaus Bonn geht es um Sie! Ihre Sorgen und Nöte stehen im Vordergrund. Wir begleiten Sie auf Ihrem Weg und helfen Ihnen, wenn Sie möchten, damit es Ihnen besser geht.  

 

Wie helfen wir? 

Jeder Mensch ist einzigartig. Das berücksichtigen wir. Deshalb schauen wir auf jede und jeden Einzelne/n und geben keine Lösungen vor. Wir möchten Ihnen bei verschiedenen Problemen helfen – egal, ob es Ihnen psychisch oder körperlich nicht gut geht. Beides kann der Grund dafür sein, dass es Ihnen schwerfällt, einen Job zu finden. Gemeinsam mit Ihnen finden unsere Gesundheitslotsinnen und -lotsen und die Fachleute des Teilhabehauses die richtige Unterstützung.  Wir wissen, wie wichtig Ihre Lebensgeschichte und Ihre Erfahrungen sind, um Ihre aktuelle Situation zu verstehen. Darum hören wir genau zu. Sie haben eine feste Ansprechperson, die für Sie zuständig ist. Diese berät Sie vertrauensvoll und arbeitet zusammen mit Ihnen an der für Sie passenden Lösung. So bieten wir Ihnen einen einfachen Zugang zu professioneller Hilfe, die Sie weiterbringt. 

Zu den Angeboten des Teilhabehauses gehören folgende Leistungen: 

 

 

So helfen wir…

Wir berücksichtigen Ihre einzigartige Lebensgeschichte und Ihre individuellen Erfahrungen, um ein passendes Unterstützungsprogramm zusammenzustellen, das Ihren Bedürfnissen entspricht. Ihre feste Ansprechperson berät Sie vertrauensvoll und erarbeitet mit Ihnen passende Lösungen.

Hilfe bei Geldsorgen oder Schulden  

Wenn Sie Geldprobleme oder Schulden haben, unterstützen wir Sie gerne. Wir helfen Ihnen dabei, einen Überblick zu gewinnen, und beraten Sie zum Umgang mit Geld.  

Arbeitstrainings 

Sie haben wenig oder noch keine Erfahrung im Berufsleben gesammelt? In unseren Arbeitstrainings können Sie sich ein Bild von der Arbeitswelt machen.  

Stärkung des Selbstbewusstseins  

Sie fühlen sich häufig unsicher und glauben nicht an sich selbst? Gemeinsam mit unseren Partnern unterstützen wir Sie dabei, Ihr Selbstbewusstsein zu stärken.  

Austausch mit anderen Menschen 

Manchmal tut es gut, sich mit Menschen zu unterhalten, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Im Teilhabehaus Bonn können Sie sich austauschen – wenn Sie möchten.   

Gesundheitsangebote

Sie haben die Möglichkeit, zusammen mit Expert/innen an Ihren gesundheitlichen Themen zu arbeiten. Dabei kann es um Ernährung, Bewegung oder kulturelle und soziale Angebote gehen. 

Die folgenden beispielhaften Geschichten zeigen, wie die Unterstützung durch das Teilhabehaus aussehen kann. Alle sechs Personen haben unterschiedliche Gründe, um Hilfe in Anspruch zu nehmen: Erfahrung mit Gewalt, Abhängigkeit oder sie verstehen selbst nicht ganz, was mit ihnen los ist.

Gemeinsam mit allen Menschen, die im Teilhabehaus betreut werden, entwickeln unsere Gesundheitslotsinnen und -lotsen ein passendes Programm, das genau zu ihnen passt.  

 

Irina M. (52) „Ich wusste einfach nicht mehr weiter.“

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Verheiratet, Mutter von zwei erwachsenen Kindern, Krankenpflegerin, seit 3 Jahren arbeitslos

„Ich habe meinen Job immer gerne und mit viel Leidenschaft gemacht. Dann konnte ich auf einmal nicht mehr. Nicht einmal regelmäßig aufstehen oder Kleinigkeiten im Haushalt erledigen. Ich wusste einfach nicht mehr weiter. Meine Familie war auch völlig hilflos und mit der Situation überfordert, dass ich auf einmal ausgefallen bin und zu nichts mehr in der Lage war. Ich sehe keine Perspektiven mehr. Ich bin erleichtert, dass in der Beratung mit meinem Gesundheitslotsen meine Gesundheit und entsprechende Angebote im Fokus stehen.“

So hilft das Teilhabehaus:

 

  • Beratung durch den/die Gesundheitslotsen/in
  • Kontaktherstellung zum Hilfenetzwerk des Teilhabehauses
  • Unterstützung dabei, eine fachärztliche Anbindung zu bekommen
  • Empowerment-Angebot
  • Gesundheitsangebote
  • Austausch in einer Gruppe mit Menschen mit ähnlichen Erfahrungen
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Adam F. (49) „Aber dann kam die Angst…“

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Verheiratet, Vater einer 7-jährigen Tochter, Sicherheitsmitarbeiter, seit einem Jahr arbeitslos

„Ich habe viele Jahre an der Tür gearbeitet, so wie die meisten meiner Kumpels habe ich gut verdient und meine kleine Familie ernährt. Ich habe entschieden, wer in den Laden reinkam und wer nicht. Eines Nachts wurde ich bei der Arbeit mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. Nach einer Notoperation und einer Kur habe ich recht schnell wieder angefangen zu arbeiten. Anfangs kam ich zurecht. Aber dann kam die Angst. Ich kann kaum noch schlafen! Ich mache mir ständig Sorgen um meine Familie und bin wie gelähmt. So kann ich nicht weitermachen – ich brauche Hilfe.“

So hilft das Teilhabehaus:

 

  • Beratung durch den/die Gesundheitslotsen/in
  • Unterstützung bei der Facharztsuche
  • Klärung, ob (vorübergehend) Medikamente notwendig sind
  • Unterstützung bei der Therapieplatzsuche
  • Stärken stärken durch Empowerment
  • Begleitetes Arbeitstraining auf dem ersten Arbeitsmarkt
  • Familienberatung bei einem Netzwerkpartner
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Susanne R. (26) „Ich wollte vieles anders machen.“

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Lagerhelferin, seit 2 Monaten arbeitslos

„Ich hatte immer viele Pläne für mein Leben. Ich wollte vieles im Leben anders machen, als meine Eltern es mir vorgelebt haben. Jahrelang erlebte ich Gewalt und wurde wegen jeder Kleinigkeit geschlagen. Sie sagten, ich sei nichts wert. Irgendwann schaffte ich den Absprung ins Heim. Dort war es okay. Nach der Schule wollte ich eigentlich Friseurin werden, dann Kosmetikerin oder Verkäuferin. Ich habe schon viele Jobs ausprobiert, wurde aber immer schnell entlassen. Warum kann nicht endlich mal etwas rundlaufen? Die anderen sagen, es liegt an mir. Vielleicht haben sie Recht. Aber ich bin doch nicht psychisch krank!“

So hilft das Teilhabehaus:

 

  • Beratung durch den/die Gesundheitslotsen/in
  • Kontaktherstellung zum Hilfenetzwerk des Teilhabehauses
  • Unterstützung dabei, eine fachärztliche Anbindung zu bekommen
  • Empowerment-Angebot
  • Gesundheitsangebote
  • Austausch in einer Gruppe mit Menschen mit ähnlichen Erfahrungen
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Ben K. (44) „Und plötzlich ging alles ganz schnell.“

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Fliesenleger, seit 4 Jahren arbeitslos

„Seit meinem 15. Lebensjahr konsumiere ich Drogen. Es ging los mit viel Alkohol am Wochenende und ab und zu mal Kiffen. Meine Ausbildung habe ich trotzdem geschafft – deshalb dachte ich, ich hätte es unter Kontrolle. Ich hatte Neugier auf das Ganze! Und wollte immer mehr erleben. Also habe ich angefangen zu koksen, Pillen und Pilze einzuwerfen. Irgendwann bin ich auf Heroin hängengeblieben. Und plötzlich ging alles ganz schnell: Ich bin von einem Job in den nächsten gesprungen, habe Schulden gemacht und meine Freunde haben sich abgewandt. Und jetzt kann ich gar nichts mehr.“

So hilft das Teilhabehaus:

 

  • Beratung durch den/die Gesundheitslotsen/in
  • Längerfristige Hilfe durch Suchthilfe
  • Beantragung einer Langzeittherapie
  • Schuldnerberatung
  • Kontakt zu suchtfreien Personen
  • Arbeitstraining in einer Holzwerkstatt
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Yasmin A. (26) „Albträume haben mich verfolgt.“

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Alleinerziehende Mutter von einem Kind (5), Studium Bauingenieurswesen in der Heimat begonnen, durch Flucht nach Deutschland 2016 abgebrochen

„Seit ich hier in Deutschland bin, kann ich nicht durchschlafen. Albträume haben mich verfolgt. Ich habe immer Angst, dass meiner Tochter etwas passiert. Manchmal wird mir alles zu viel und ich bekomme keine Luft mehr. Einmal musste ich schon vom Krankenwagen abgeholt werden, weil ich vor Angst wie gelähmt war. Ich wünsche mir ein ganz normales Leben und will endlich Fuß fassen.“

So hilft das Teilhabehaus:

 

  • Beratung durch den/die Gesundheitslotsen/in
  • Unterstützung dabei, eine fachärztliche Anbindung zu bekommen
  • Kontaktherstellung zum Hilfenetzwerk des Teilhabehauses und zu Therapieangeboten in Bonn
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Farouk B. (38) „Alleine schaffe ich es nicht.“

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IT-Systemkaufmann, seit 2 Jahren arbeitslos

„Ich bin spielsüchtig und habe dadurch meinen Job verloren. Auch meine Ehe hat stark darunter gelitten. Irgendwann war der Punkt erreicht, an dem ich das Ruder auf der Arbeit, aber auch zuhause nicht mehr herumreißen konnte. Ich weiß, dass ich mit dem Spielen aufhören muss – aber alleine schaffe ich es nicht. Ich bin froh, dass ich im Teilhabehaus die Möglichkeit bekomme, mit Profis daran zu arbeiten!“

So hilft das Teilhabehaus:

 

  • Beratung durch den/die Gesundheitslotsen/in
  • Suchtberatung inkl. psychosozialer Beratung durch den Netzwerkpartner
  • Vermittlung zur Schuldnerberatung
  • Vernetzung mit einer Selbsthilfegruppe
  • Empowerment
  • Austausch in einer Gruppe mit Menschen mit ähnlichen Erfahrungen
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Wer sind unsere Partner? 

Im Teilhabehaus arbeiten die Gesundheitslotsinnen und Gesundheitslotsen eng mit dem Fachpersonal unserer Partner zusammen. Sie kennen sich besonders gut mit der Bewältigung von seelischen Problemen aus.  

Zuerst entwickeln Sie gemeinsam mit Ihrer Gesundheitslotsin oder Ihrem Gesundheitslotsen einen Plan für die Verbesserung Ihrer gesundheitlichen Situation. Anschließend arbeiten Sie zusammen mit den Fachkräften unserer Partner an passenden Hilfen.  

Bis Sie diese Hilfe irgendwann nicht mehr brauchen, stehen wir Ihnen gerne zur Seite.

 

Hier finden Sie eine Übersicht über die verschiedenen Partner.
Mit einem Klick auf das jeweilige Logo erfahren Sie mehr über deren Angebote. 

PAUKE Bonn-Rhein-Sieg gGmbH 

Die PAUKE war früher eine Selbsthilfeorganisation für Suchtkranke. Deshalb bietet sie auch heute noch Hilfe für den selbstständigen Weg aus der Sucht.  

Gemeindepsychiatrie Bonn-Rhein-Sieg gGmbH

Wer sich psychisch nicht gut fühlt oder von einer Suchterkrankung betroffen ist, findet bei der Gemeindepsychiatrie Bonn-Rhein-Sieg Hilfe in verschiedenen Lebensbereichen.

Diakonisches Werk Bonn und Region gGmbH

Wenn Menschen zum Beispiel aufgrund einer Suchterkrankung oder psychischer Probleme in Not geraten sind, hilft ihnen das Diakonische Werk Bonn und Region.

LVR-Klinik Bonn

Die Angebote der LVR-Klinik Bonn sind für Menschen gedacht, die sich psychisch belastet fühlen. Auch wenn Sie viele Suchtmittel zu sich nehmen oder sehr viele digitale Medien nutzen, kann die LVR Klinik helfen. Die Ambulanz der LVR Klinik bietet Termine mit Fachärzten und Fachärztinnen für Psychiatrie.  

Hilfe für psychisch Kranke e.V. Bonn/Rhein-Sieg  

 Der Verein Hilfe für psychisch Kranke unterstützt Menschen, die von seelischen Erkrankungen betroffen sind. Er bietet umfangreiche Hilfe zur Selbsthilfe und hilft Ihnen, ein Arbeitstraining auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden.   

Fachambulanz Sucht  

Die Fachambulanz Sucht bietet verschiedene Hilfen für Menschen mit Suchtproblemen. Die Sucht kann Alkohol, illegale Drogen, Medikamente oder die Nutzung digitaler Medien sowie Glücksspiel betreffen.  

Unsere wissenschaftliche Begleitung

Wir haben uns mit dem neuen Projekt viel vorgenommen. Diese Pläne haben wir auch aufgeschrieben. Deshalb hilft uns das Wissenschaftliche Institut FOGS dabei, immer wieder zu schauen, ob wir auch alles hinbekommen. Damit wollen wir nach 5 Jahren im Projekt – also 2024 – sehen, was unsere Arbeit bewirkt hat.
Ihr Gesundheitslotse bzw. Ihre Gesundheitslotsin erklärt Ihnen gerne, wie alles funktioniert und warum wir dazu Ihre Zustimmung brauchen.

Weitere Informationen für Kundinnen und Kunden des Jobcenters

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